17. Apitherapie Tagung
Bildungshaus Schloss Puchberg bei Wels, Puchberg 1 4600 Wels
Sonntag, 25.01.2026, 09:00 - 17:00 Uhr
Tagungsprogramm
08:00 Uhr Einlass und Registrierung der TeilnehmerInnen
09:00 Uhr Eröffnung und Ehrung Begrüßung und Eröffnung durch den Präsidenten der Österreichischen Gesellschaft für Apitherapie und Referenten für Apitherapie des Österreichischen Imkerbundes IM Gerald Lindenthaler
09:30 – 10:45 Uhr Bienengift - ein Gift? Dipl. Ing. Dr. med Gregor de Lijzer (AT)
10:45 – 11:00 Uhr Pause
11:00 – 12:15Uhr Honig und Bienenstiche - Apitherapie in der Arztpraxis Dr. med. Matthias Holeiter (CH)
12:15 – 14:00 Uhr Mittagspause
14:00 – 15:15 Uhr Wirksamkeit der ärztlichen Bienengifttherapie bei Dypuytrensche Kontraktur Dr. med. Andreas Dabsch (AT)
15:15 – 15:45 Uhr Pause
15:45 – 17:00 Uhr Natürlich echt - über das Dranbleiben, den Honig und das Leben Felix Gottwald (AT)
17. Apitherapie Tagung - Workshop
Samstag, 24.01.2026, 13:30 - 16:30 Uhr
Bildungshaus Schloss Puchberger Puchberg 1 4600 Wels
Workshop
13:30 – 16:30 Uhr Praktische Herstellung einiger Produkte in der Apitherapie IM Helmut Eiber (AT), IM Anton Reitinger (AT), Ing. Martina Brandstätter, BSc (AT)
Blütenpollen und Perga
In diesen Workshop wird auf die Gewinnung, Zusammensetzung und Lagerung von Blütenpollen und Perga eingegangen. Bei den praktischen Vorführungen wird die Herstellung von hochwertigen Bienenprodukten für den Sportbereich wie Powerballs, Energieriegel und Oxymele gezeigt. Qualität und Vielfalt Gesunde Bienenprodukte sind das Fundament einer wirksamen Apitherapie.
Qualität und Vielfalt gehen Hand in Hand – von der Pflege der Bienenvölker über die Ernte bis zur Anwendung der Produkte.
Die Teilnehmenden erfahren, wie Standort, Tracht und Verarbeitung die Wirkstoffe in Honig, Pollen, Propolis und Wachs beeinflussen und wie sich diese Vielfalt gezielt nutzen lässt.
Fermentation von Blütenpollen Blütenpollen sind wahre Nährstoffbomben – reich an Proteinen, Vitaminen, Enzymen und sekundären Pflanzenstoffen.
Durch Fermentation werden sie nicht nur haltbarer, sondern auch leichter verdaulich und in ihrer Wirkung potenziert. In diesem Workshop lernen die Teilnehmenden, wie man frischen oder getrockneten Blütenpollen sicher und effektiv fermentiert, um ein hochwertiges, probiotisches Lebensmittel herzustellen.
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Bienenprodukte erleben derzeit eine wahre Renaissance. Neben Honig, Propolis und Gelee Royale rückt nun ein Produkt in den Fokus der Forschung: fermentierter Bienenpollen. Was früher ein reines Naturprodukt war, wird heute mit modernster Biotechnologie veredelt – und das mit erstaunlichen Ergebnissen. Neue Studien zeigen: Durch gezielte Fermentation wird aus einfachem Blütenpollen ein Superfood mit optimierter Bioaktivität, das Körper, Haut und Immunsystem gleichzeitig stärkt.
Was steckt im Pollen?
Bienenpollen ist ein wahres Nährstoffkonzentrat. Er enthält bis zu 30 Prozent Eiweiß, alle essentiellen Aminosäuren, eine Vielzahl von Vitaminen (B-Komplex, C, E), Mineralstoffen wie Eisen, Zink, Kalzium und Magnesium sowie ein breites Spektrum an sekundären Pflanzenstoffen – vor allem Polyphenole und Flavonoide.
Diese Stoffe wirken antioxidativ, entzündungshemmend und regenerativ. Allerdings hat der Naturpollen einen Nachteil: Die harte Zellwand der Pollenkörner schränkt die Bioverfügbarkeit stark ein. Nur ein kleiner Teil der Nährstoffe kann im menschlichen Körper aufgenommen werden.
Die Kunst der Fermentation
Fermentation ist die Lösung für dieses Problem. Bei der sogenannten Festphasen- oder „solid-state“-Fermentation, wie sie Nowak et al. (2023) beschreiben, wird Pollen gezielt mit Milchsäurebakterien und Enzymen behandelt. Diese Mikroorganismen öffnen die Zellwände, setzen phenolische Verbindungen frei und steigern die antioxidative Kapazität erheblich.
Laut der Studie erhöht Fermentation:
- den Gehalt an Flavonoiden und Phenolsäuren um bis zu 40 %,
- die radikalfangende Aktivität (antioxidative Wirkung) signifikant,
- die Löslichkeit und Aufnahmefähigkeit von Nährstoffen,
- und sie reduziert unerwünschte Mikroorganismen.
Damit wird fermentierter Bienenpollen nicht nur sicherer, sondern auch wirksamer.
Ergebnisse aus dem Labor: Bioaktivität auf neuem Niveau
Auch Wolska et al. (2024) bestätigen diese Ergebnisse in einem Vergleich zwischen natürlichem Bienenbrot und kontrolliert fermentiertem Pollen. Durch kontrollierte Fermentation steigt die Konzentration von freien Aminosäuren, Enzymen und Antioxidantien. Gleichzeitig entwickeln sich probiotische Eigenschaften, die positiv auf die Darmflora wirken.
Die Kombination aus den beiden Studien zeigt ein klares Bild:
Fermentierter Bienenpollen ist kein bloß veredeltes Naturprodukt, sondern ein funktionelles Nahrungs- und Kosmetikmittel mit messbar erhöhter biologischer Aktivität.
Gesundheit von innen – probiotisch, antioxidativ, entzündungshemmend
Fermentierter Pollen wirkt auf mehreren Ebenen:
- Darmgesundheit: Milchsäurebakterien fördern eine stabile Mikroflora, was Verdauung und Immunsystem stärkt.
- Antioxidativer Schutz: Durch erhöhte Phenolgehalte kann fermentierter Pollen freie Radikale effizienter neutralisieren.
- Entzündungshemmung: Studien belegen eine deutliche Reduktion entzündlicher Marker im Körper.
- Energie und Leistungsfähigkeit: Aminosäuren und B-Vitamine unterstützen den Stoffwechsel und erhöhen die Vitalität.
Regelmäßige Einnahme wirkt sich positiv auf Haut, Energiehaushalt und allgemeines Wohlbefinden aus – ein Beispiel für ganzheitliche Gesundheit.
Von der Ernährung zur Kosmetik
Die biochemischen Verbesserungen durch Fermentation machen den Pollen auch für die Kosmetikindustrie spannend. Seine Wirkstoffe entfalten auf der Haut dieselben Effekte wie im Inneren des Körpers:
- Antioxidantien schützen Zellen vor oxidativem Stress und beugen Hautalterung vor.
- Aminosäuren fördern die Produktion von Kollagen und Elastin – wichtig für Straffheit und Spannkraft.
- Polyphenole wirken entzündungshemmend und beruhigend bei gereizter Haut.
- Probiotische Komponenten unterstützen das Mikrobiom der Haut und stärken die natürliche Schutzbarriere.
Kosmetikhersteller nutzen fermentierten Pollen in Seren, Masken, Cremes und Ampullen, häufig kombiniert mit Honig oder Propolis. Das Ergebnis: Pflegeprodukte mit wissenschaftlich belegter Wirkung.
Ein Schritt in Richtung Nachhaltigkeit
Fermentation ist nicht nur eine technische Verbesserung, sondern auch ein Schritt hin zu nachhaltiger Imkerei. Die kontrollierte Fermentation verringert die Abhängigkeit von großen Mengen Rohpollen aus Wildbeständen. Gleichzeitig ermöglicht sie standardisierte Qualität, hygienische Sicherheit und konstante Wirkstoffgehalte – alles Voraussetzungen für den optimalen Einsatz in Kosmetik und Nahrungsergänzung.
Die Biochemie der Fermentation – was genau passiert
Während der Fermentation bauen Mikroorganismen komplexe Zuckerverbindungen ab und setzen dabei Enzyme frei, die Proteine spalten und Phenole aktivieren. Die Studie von Nowak et al. zeigt, dass vor allem Laktobazillen (Milchsäurebakterien) und Hefen dafür verantwortlich sind, phenolische Säuren wie Kaffeesäure freizusetzen – eine Substanz, die eine starke antioxidative Wirkung besitzt.
Der Prozess ähnelt dem, was Bienen in der Wabe natürlich leisten, wenn sie Pollen zu Bienenbrot fermentieren. Der Unterschied: Bei der Fermentation durch den Imker:in lässt sich der Prozess steuern, optimieren und reproduzieren – ein großer Vorteil.
Anwendungen und Zukunftsperspektiven
Fermentierter Bienenpollen ist vielseitig einsetzbar:
- Als Nahrungsergänzungsmittel zur Unterstützung von Immunsystem, Darmflora und Energiehaushalt.
- In Cosmeceuticals, also Pflegeprodukten mit medizinischem Zusatznutzen.
- In funktionellen Lebensmitteln, etwa Smoothies, Müslis oder Proteinriegeln.
Künftige Forschungsansätze beschäftigen sich mit der Nanoverkapselung der Wirkstoffe, um ihre Aufnahme im Körper weiter zu verbessern. Ebenso werden Kombinationen mit Propolis, Honig und Gelee Royale untersucht, um synergistische Effekte zu erzielen.
Historische Wurzeln und moderne Innovation
Schon die alten Ägypter und Chinesen verwendeten Bienenpollen als Energiespender und Heilmittel. Was sie intuitiv wussten, belegen heute Daten aus der modernen Biochemie. Fermentierter Pollen führt diese Tradition in das 21. Jahrhundert: Mit wissenschaftlicher Präzision wird das alte Naturprodukt zu einem standardisierten, sicheren und hochwirksamen Superfood weiterentwickelt.
Fazit
Fermentierter Bienenpollen vereint das Beste aus zwei Welten – die Kraft der Natur und die Präzision der Wissenschaft. Durch Fermentation steigt die Konzentration bioaktiver Stoffe deutlich, während Sicherheit und Haltbarkeit verbessert werden. Studien wie die von Nowak et al. (2023) und Wolska et al. (2024) belegen, dass fermentierter Pollen eine überlegene antioxidative Kapazität, verbesserte Nährstoffverfügbarkeit und probiotische Wirkung besitzt.
Damit wird aus einem uralten Naturprodukt ein vielseitiges Superfood für Ernährung, Gesundheit und Hautpflege. In einer Zeit, in der Verbraucher natürliche, wirksame und nachhaltige Produkte suchen, ist fermentierter Bienenpollen mehr als nur ein Trend – er ist ein Symbol für die Zukunft der ganzheitlichen Gesundheit.
Die Österreichische Gesellschaft für Apitherapie bietet am Samstag, 24.01.2026, einen Workshop zum Thema Fermentation von Blütenpollen an. Info´s und Anmeldung unter www.apitherapie.at
Literatur:
- Nowak, A. et al. (2023). The impact of solid-state fermentation on bee pollen phenolic compounds and radical scavenging capacity. Food Chemistry Advances.
- Wolska, K. et al. (2024). Chemical Composition and Bioactivity of Laboratory-Fermented Bee Pollen in Comparison with Natural Bee Bread. Journal of Apicultural Research.
Liebe Freunde der Apitherapie,
vom 18.01.2025 bis 19.01.2025 hat in Schloss Puchberg bei Wels, unsere heurige Apitherapie – Tagung stattgefunden.
Der Workshop am Samstag war mit mehr als 170 Teilnehmern extrem gut besucht und die Veranstaltung war auch am Sonntag ausverkauft.
Der große Saal im Schloss war voll und mehr Personen konnten wir bei besten Willen nicht mehr unterbringen.
Ich möchte mich daher bei allen Besuchern recht herzlich bedanken und wir werden uns bemühen,
auch für die nächste Tagung wieder ein interessantes Programm auf die Beine zu stellen.
Bedanken möchte ich mich auch bei den Vorstandsmitgliedern und deren Partnern, die mit viel Einsatz und Engagement für den reibungslosen Ablauf dieser Veranstaltung sorgten.
Am Samstag fand anschließend an den Workshop unsere Generalversammlung statt.
Ein wichtiger Punkt bei dieser Versammlung war die Neuwahl des Vorstandes.
Imkermeister Toni Reitinger wollte, altersbedingt, nicht mehr als Präsident kandidieren.
Folgender Vorstand wurde einstimmig gewählt:
Präsident: IM Gerald Lindenthaler
Stellvertreter: IM Toni Reitinger
Kassier: IM Rudi Burgstaller
Schriftführerin: Martina Brandstätter, BSc
Zertifizierung: IM Helmut Eiber
Als Beiräte werden uns Yvonne Steinbauer und ab April eine Allgemeinmedizinerin unterstützen.
Aus dem Vorstand ausgetreten ist Herr Dr. Erich Witzmann, der in der ÖGA für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig war.
Besten Dank auch an ihn, für seine wertvolle Mithilfe über die Jahre.
Mein besonderer Dank gilt natürlich IM Toni Reitinger, der als Gründer und Präsident, den Verein über Jahre vorzüglich und äußerst erfolgreich geführt hat. Er bleibt uns als mein Stellvertreter noch mit seinem Wissen und Kontakten erhalten.
Wir werden uns zu gegebenen Anlass noch bei ihm ganz besonders bedanken.








