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Kurzzusammenfassungen der Vorträge
Apitherapie: Geschichte, Aktualität, Zukunft
Dr.
med. Stefan Stangaciu (Rumänien), Arzt für
Allgemeinmedizin, Präsident des
eutschen Apitherapie Bundes und der
Rumänischen Gesellschaft für Apitherapie, Autor von Sanft heilen mit
Bienenprodukten (Haug Verlag, DE).
Apitherapie gilt als die älteste Medizin.
Archäologische und historische Belege zeigen, dass der Mensch seit über
6.000 Jahren Bienenprodukte nicht nur als Nahrungsmittel sondern auch als
Heilmittel verwendet. Besonders Honig zur Wundheilung, Propolis als
natürliches Antibiotikum aber auch Bienenstiche als älteste Form der
"Bio-Akupunktur" oder als „Injektionskuren" sind uralte apitherapeutische
Anwendungen.
Die heilende Wirkung von Bienenprodukten wurde
auf der ganzen Welt, bei allen Zivilisationen, die Bienen hatten (wild oder
domestiziert), genutzt.
Heute gibt es die Apitherapie als
wissenschaftlich fundierte Sparte der Medizin. Unzählige Studien, die in
Laboratorien und Kliniken in der ganzen Welt durchgeführt werden, haben die
medizinische Wirkung von Bienenprodukten zum Inhalt. In fast allen
medizinischen Disziplinen (insbesondere, Kardiologie, Neurologie, Chirurgie,
Dermatologie, Rheumatologie, Gynäkologie u.a.) kommen Bienenprodukte
komplementär zur Vorbeugung oder als Heilmitteln zum Einsatz.
In den letzten Jahren, sieht sich die
Humanmedizin, so wie auch die Landwirtschaft, zunehmend mit dem Problem der
Resistenzbildung von Bakterien gegenüber chemischen Antibiotika
konfrontiert. Zahlreiche Menschen sterben, auch in hoch modernen
Krankenhäusern, wegen dieser Problematik. Die Bienenprodukte wirken gegen
Bakterien, Pilze und Viren durch eine „intelligente“ Strategie, die auf
mehreren Prinzipen beruht:
Die natürliche „Intelligenz“ der Bienenprodukte
scheint hier in vielen Fällen manchen Pharmazeutika überlegen zu sein.
Es ist abzusehen, dass die Apitherapie wie viele
andere Methoden der Komplementärmedizin auch in Zukunft eine Renaissance
erleben wird, wegen ihrer schonenden Wirksamkeit aber besonders auch, in
wirtschaftlich angespannten Zeiten und Regionen der Erde, als kostengünstige
Alternative.
In Zeiten einer globalen Vernetzung über
Internet, Medline, etc. wird es für die Entwicklung der Apitherapie eine der
wesentlichen zukünftigen Aufgaben sein, das über die ganze Welt verstreute
Wissen (Erfahrungswissen, traditionelle Anwendungen, wissenschaftliche
Studien, etc.) zu sammeln, auszuwerten und darauf aufbauend, neue klinische
Studien zur weiteren Entwicklung der Apitherapie durchzuführen.
Es ist die Zeit gekommen, dass wir heute besser
verstehen und wissenschaftlich erklären können, warum Imker gesünder und
länger leben als andere Menschen.
Bienenprodukte
in Gesundheit und Ernährung
Dr.
Stefan Bogdanov, Bee Product Science, 3127
Mühlethurnen, Schweiz.
Bienenprodukte werden seit Jahrtausenden in der
traditionellen Medizin verwendet. In den entwickelten Staaten haben sie in
der Medizin an Bedeutung weitgehend verloren. Sie werden heute in erster
Linie in Entwicklungsländern und als Hausmittel in der Naturheilkunde
gebraucht. Honig gilt in Österreich rechtlich als Lebensmittel; Pollen,
Propolis und Gelée Royale sind als Nahrungsergänzungsmittel eingestuft. Die
Bienenprodukte besitzen funktionelle Eigenschaften und können als Functional
Food bezeichnet werden.
Die biologischen Eigenschaften und die
Anwendungen in der Medizin sind im Folgenden zusammengefasst. Mit Ausnahme
des Bienengifts gibt es fast keine Nebenwirkungen und nur sehr selten
Allergien.
Hauptanwendungen in der Medizin:
Honig: bei Wunden, Verbrennungen,
Schleimhautentzündungen, Verdauungsstörungen (Geschwüre, Gastritis,
Diarrhöe), Hepatitis, Honig vermindert das Risiko von
Herzkreislauferkrankungen
Pollen: gegen Prostatitis, Heuschnupfen,
Gastritis, Anämie.
Gelée Royale: bei Hypercholesterinämie,
gegen niederen und hohen Bluttdruck, cerebrale Insuffizienz, Menopause,
Diabetes, männliche Infertilität, Pädiatrie, Geriatrie.
Propolis: bei Wunden und kleinere
Verbrennungen und in der Zahnheilkunde; daneben in de Pädiatrie, Gastrtis,
Radikulitis, Tuberkulose, Psoriasis, bei Entzündungen von Magen und
Zwölffingerdarm.
Bienengift: Rheuma-Arthritis, multiple
Sklerose, Erkrankungen des zentralen und peripheren Nervensystems,
Hexenschuss, Neuralgien, Radikulitis, Polyneuritis und Ohrenentzündungen.
Biologische und pharmakolgische Eigenschaften
Honig: antibakterial, fungizid, antiviral,
antioxidativ, probiotisch, anti-enzündend, anti-karzinogen
Pollen: antibakterial, fungizid,
antioxidativ immuno-modulierend radio-protektiv, anti-anaemia,
atherosclerosis, anti-diarrhoea, anti-osteoporosis.
Gellée Royale: antibakterial,
fungizid, antiviral, antioxidativ, bio-stimulierend, immuno-modulierend,
radio-protektiv, anti-kanzerogen, anti-fatigue, anti-stress, anti-hypoxia,
anti-entzündend, anti-hypertenisiv, anti-hypotensiv, vasodilatativ,
anti-atherosclerosis, kardio-protektiv, tranquilisierend, Zentral Nerven
System-schützend, anti-osteoporosis
Propolis: antibakterial, fungizid,
antiviral, antioxidativ, antiparasitisch, immuno-modulierend,
anti-entzündend, analgetisch, hepatoprotektiv, anti-kanzerogen, local
anesthetisch, spasmolytisch, schmerzlindernd, hepatodetoxifizierend,
hepatoprotektiv, anti-koagulanz
Bienengift: antibakteriell,
immuno-modulierend, immuno-supressiv, analgetisch, radioprotektiv,
anti-kanzerogen, beschleunigt Herzrhythmus und Blutzirkulation,
blutdrucksendend, anti-entzündend, analgesisch, hepatoprotectiv, lokal
anesthetisch, schmerz-lindernd, spasmolytisch, hepatodetoxifizierend,
hepatoprotektiv, anti-koagulanz, anti-koagulanz, blutdruck- und
cholesterin-sendkend, anti-ätherosklertisch, haemoglobin-erhöhend,
anti-arrhytmisch, beinflusst immuno aktive Bluttzellen und Hormonspiegel.
Mögliche Nebenwirkungen: Entzündung, Allergie, zytotoxischer Effekt,
Haemolyse
Apitoxin –
Bienengift in der praktischen Anwendungen
Dr.
med. Peter Daryai (Wien), Arzt für
Allgemeinmedizin, Schmerztherapie, Not- und
Flugrettungsarzt.
Der Vortrag erläutert die Zusammensetzung von
Apitoxin, seine Anwendungsweise und Applikationsmöglichkeiten. Es soll die
Wirkungsweise des Apitoxins aufgezeigt und der Erfolg im Vergleich zur
konventionellen Therapie mit Standardmedikation wie NSAR und Corticoiden
erörtert werden.
Anwendung von Apitoxin bei akuten Schmerzen der
Knochen und des Gelenkssystems. Diese beinhalten Schmerzen die auf Grund von
entzündlichen Veränderungen sowie Verletzungen des Kapsel-Ligament Systems
hervorgerufen werden, sowie Schmerzen muskulärer Natur unabhängig von der
Genese.
Anwendung von Apitoxin bei chronischen
Krankheitsverläufen des Knochen-Gelenkssystemes. In denen es durch eine
anhaltende Schmerzsituation zu einer Reduzierung der Bewegungsfähigkeit und
der Lebensqualität des Patienten kommt.
Spezielles Augenmerk soll auf die weitläufigen
Volkskrankheiten des rheumatischen Formenkreises gelegt werden, etwa
Erkrankungen der Wirbelsäule und Arthrosen.
Die Ergebnisse der Heilbehandlungen beruhen auf
Verlaufsbeobachtungen und Erfahrungswerten, welche in Peru gesammelt wurden.
Peru ist eines der Länder, in denen die Apitherapie weit verbreitet ist und
intensiv ausgeübt wird.
Basierend auf die Wirkungsweise von Apitoxin
werden Anwendungen bei anderen chronischen Krankheitsverläufen mit
entzündlicher Komponente erörtert.
Bienengiftallergie – Symptome und Behandlung
Prof.
Dr. Ulrich Müller, FA für Innere Medizin und
Allergologie und klinische
Immunologie, Chefarzt an der Med. Klinik und
Leiter der Allergiestation des Zieglerspitals (Bern) von 1981-2006.
Epidemiologie und Symptome
Rund 3.5% der Menschen in Europa machen in ihrem
Leben allergische Reaktionen auf Bienen- oder Wespenstiche durch. Diese
können sich durch juckende Hautausschläge, Atembeschwerden oder gar durch
Blutdruckabfall mit Bewusstlosigkeit – dem anaphylaktischen Schock äussern.
Alljährlich sterben in Europa rund 200 Menschen an allergischen Reaktionen
auf Bienen- oder Wespenstiche. Verantwortlich für diese Allergie sind
spezifische IgE-antikörper gegen Eiweiße im Bienen- oder Wespengift, die
sich durch Hauttests oder Blutuntersuchungen nachweisen lassen.
Behandlung
Alle Patienten mit Insektengiftallergie müssen
instruiert werden, wie sie weitere Stiche vermeiden können und sollten
zusätzlich Notfallmedikamente zur Selbst-Behandlung – eine Adrenalinspritze
sowie Antihistaminika- und Kortikosteroid-Tabletten – erhalten. Bei allen
schwereren allergischen Reaktionen ist die spezifische Immuntherapie mit
Insektengiften hoch wirksam. Dabei wird das verantwortliche Gift in
steigenden Dosen bis zu 100 Mikrogramm (was etwa 2 Bienenstichen entspricht)
unter die Haut gespritzt. Nach erreichen dieser Dosis muss der erzielte
Schutz durch monatliche weitere Injektionen über 5 Jahre erhalten bleiben.
Bienenallergie bei Imkern
Fünfzehn bis 30% der Imker machen in ihrem Leben
allergische Reaktionen auf Bienenstiche durch. Besonders gefährdet sind
Imker, die weniger als 10 Stiche pro Jahr erhalten, während solche die mehr
als 200 mal pro Jahr gestochen werden nie allergisch reagieren. Imker können
aber durch Einatmen von Bienenallergenen bei der Arbeit im Bienenhaus auch
einen allergischen Schnupfen oder gar ein allergisches Asthma entwickeln.
Auch bei Imkern hat sich die Immuntherapie mit Bienengift bewährt, wobei
allerdings eine höhere Erhaltungsdosis von 200 Mikrogramm (entsprechend etwa
4 Bienenstichen) empfohlen wird, weil Imker nicht selten von mehr als einer
Biene gleichzeitig gestochen werden.
Propolis: neue
wissenschaftlich Erkenntnisse
Biologische Therapie mit Grüner Propolis als Nahrungsergänzungsmittel in der
Krebstherapie
Dr.
Andreas Daugsch, (Brasilien, Deutschland,
Hongkong), Lebensmittelchemiker, Post-Doc an der staatlichen Universität von
Campinas-SP (Brasilien).
Die brasilianische Honigbiene produziert Grüne
Propolis aus dem harzigen Überzug der Blattknospen der Alecrim-Pflanze, um
den Bienenstock frei von Krankheiten zu halten. Aus diesem Grund wird
Propolis auch als das externe Immunsystem der Biene bezeichnet. Es ist
wichtig zu wissen, dass es viele unterschiedliche Arten von Propolis gibt.
Dunkelbraun, Grün und Rot sind nur einige wenige Färbungen, die es weltweit
gibt. Grüne Propolis wird exklusiv in Brasilien gewonnen. Eingesetzt wird
sie zur Stärkung der Abwehrkräfte, zur Reduzierung der Toxizität von
Umweltgiften wie Dioxinen und Pestiziden, zur Entgiftung von Schwermetallen
und zur Bekämpfung von Bakterien, Pilzen und Viren wie dem Influenzavirus,
der beim Menschen für Grippeerkrankungen verantwortlich ist.
Interessanter Weise, erkrankt durchschnittlich
jeder dritte bis vierte Mensch an Krebs während seiner Lebenszeit, während
es unter Imkern ganz anders aussieht (nur einer von 3000 Imkern erkrankt an
Krebs während seiner Lebenszeit). Die Fragen an die Wissenschaftler drängen
sich auf: „Was können wir von der über 100 Millionen Jahre alten Weisheit
der Honigbiene lernen?“ und „könnte Propolis ein effektives natürliches
Heilmittel gegen Krebs sein?“
Propolis ist seit vielen Jahren bekannt für
seine Antikrebswirkung. Schon Hippokrates (460-377 v. Chr.) nutzte Propolis
um verschiedene Krebserkrankungen zu behandeln. Heute haben wir die Methoden
um zu verstehen, warum und wie Propolis so effektiv gegen den Krebs wirkt.
Artepillin C wurde aus Grüner Propolis aus Brasilien extrahiert und
erfolgreich in Japan für seine Antikrebswirkung patentiert. Grüne Propolis
attackiert simultan die Krebszellen und mildert die sekundären Effekte von
Krebs wie Entzündungen und Schmerz, während das Immunsystem gestärkt und
Apoptose in Krebszellen induziert wird. Auf diese Weise werden
synergistische Effekte erzeugt, die dem Körper helfen, sich selber zu
helfen.
Kürzlich wurde in einer Veröffentlichung über
die Fähigkeit von Grüner Propolis berichtet, das PAK1 Signal selektiv zu
blockieren. Dieses PAK1 Signal wird von 70% aller menschlichen Krebsarten
für das Wachstum benötigt. Bei NF Tumoren sind es sogar 100%, die PAK1 für
Wachstum und Überleben benötigen. Die Bekämpfung von Krebs mittels
Biologischer Signal Therapie attackiert nur die Krebszellen, lässt aber die
normalen Zellen unbeschädigt. Daher wurden bisher keine Nebenwirkungen wie
Haarverlust oder Immunsuppression berichtet. Während die Chemotherapie nur
effektiv bei schnell wachsenden Tumoren mit einem schnellen Metabolismus
ist, wirkt Signaltherapie auch bei langsam wachsenden Tumoren, die anders
nur schwer beim Menschen zu behandeln sind. Grüne Propolis blockiert
selektiv das PAK1 Signal, das Krebszellen zum Wachstum brauchen ohne andere
Enzyme, die der Körper zum ordentlichen Funktionieren benötigt, zu
beeinträchtigen. Andere Krankheiten, die ebenfalls PAK1-abhängig sind, sind
Epilepsie, Malaria, AIDS, Alzheimer, Arthritis und Asthma.
Wirkung von
Honig auf das Immunsystem und die Gesundheit
Dr.
med Johann Puttinger (Uttendorf), Arzt für
Allgemeinmedizin, Akupunktur und Umweltmedizin
In einer österreichischen Ernährungsstudie wurde
die Wirkung von Honig auf das Immunsystem, das Gewicht, das Essverhalten und
auf das Wohlbefinden des Menschen getestet. Die Probanden (50 Erwachsene)
bekamen für ihre tägliche Ernährung keine Einschränkungen oder Vorgaben. Die
einzige Bedingung war, dass über einen Zeitraum von acht Wochen täglich
mindesten 2 Esslöffel Honig (50g) gegessen wurden.
Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die
Einnahme von mindesten zwei Esslöffeln Honig am Tag zu einer deutlichen
Absenkung der Belastung mit freien Radikalen und zu einer Verbesserung des
Immunstatus führt. Darüber hinaus verringerte Honig den Appetit auf
Süßigkeiten und ermöglichte bei 46% der Probanden eine Gewichtsabnahme ohne
Diät. Positive Wirkungen hatte Honig auch auf verschiedene Befindlichkeiten
wie Schlafverhalten, Leistungsfähigkeit, Verdauung, Häufigkeit von
Kopfschmerzen und Muskelkrämpfen. Auf Cholesterin-, Triglycerid-, Harnsäure-
und Ferritin-Werte im Blut hatte Honig keinen Einfluss.
Moderne
Wundbehandlung – mit Honig – in der Hausarztpraxis
Dr.
Matthias Holeiter, Arzt für Allgemeinmedizin,
Adelboden, Schweiz
Anhand von Beispielen wird ein praktischer
Überblick gegeben über eine moderne Wundbehandlung in der Hausarztpraxis –
inklusive der Behandlung mit Honig und deren Stellenwert.
Oberflächliche Schürfungen, speziell im Gesicht,
behandeln wir normalerweise mit einem nicht brennenden und nicht färbenden
Desinfektionsmittel auf der Basis von Octenidin-dihydrochlorid (Octenisept®).
Anschliessend lassen wir die Wunde abtrocknen. In speziellen Situationen,
insbesondere für Liebhaber wie Bienenzüchter und überzeugte Anhänger der
Naturmedizin, kann auch Propolis verwendet werden, sowohl zum Desinfizieren
als auch zur Abtrocknung. Die antimikrobiellen Eigenschaften sind ja bestens
erwiesen. Achtung allerdings bei Allergikern.
Sehr ausgedehnte oder tiefe Wunden
hospitalisieren wir meist für die erste Zeit. Kleinere frische Verletzungen
werden natürlich lege artis versorgt entweder mit einer Naht oder mit
Steri-strip-Pflästerchen.
Oft behandeln wir aber chronische ulzeröse
Wunden bei älteren Menschen, die einen Krankenhausaufenthalt ablehnen oder
in einem so ungünstigen Allgemeinzustand sind, dass die notwendigen
chirurgischen Behandlungen wie Anfrischen der Wunde, Hauttransplantation und
vor allem die Verbesserung der Durchblutungssituation auf arterieller wie
venöser Seite, nicht mehr in Frage kommen.
Diese immer infizierten Wunden stellen eine gute
Indikation für eine Honig-Wundbehandlung dar, vor allem wegen des guten
zellernährenden und antibiotischen Effekts von Honig. Der starke
hygroskopische Effekt der verschiedenen Zucker hilft zusammen mit Enzymen
die Wunde zu reinigen, indem die zum Teil auch recht aggressiven
Wundsekretionen absorbiert werden und das Bakterienwachstum direkt und
indirekt gehemmt wird. Allerdings braucht es Geduld: wir müssen mit einer
lange dauernden Behandlung rechnen und selbst wenn sie dann von Erfolg
gekrönt wird, haben wir keine Garantie, dass wir nicht kurze Zeit später
wieder von vorn beginnen müssen.
Als weiters Beispiel zeige ich die Behandlung
eines grossen, tiefen Dekubitalgeschwürs in der Kniekehle bei einer
34-jährigen Frau, die an einer Multiplen Sklerose in fortgeschrittenem
Stadium leidet und deshalb den ganzen Tag in ihrem Rollstuhl sitzt.
Als erstes das chirurgische Débridement im
Krankenhaus. Bevor die Patientin entlassen wird, installiert man eine
Vakuumtherapie – eine sehr gute und sehr wirksame moderne
Behandlungsmöglichkeit bei solchen Wunden – leider aber auch sehr teuer. Wir
sehen die schnellen Fortschritte der Wundheilung innert 70 Tagen. Im
Anschluss an diese pflege- und kostenintensive Therapie könnte dann eine
billige Honigbehandlung mit minimalem Aufwand bis zur vollständigen Heilung
folgen. Sehr gutes Endresultat im beschriebenen Fall.
Zum Abschluss zeige ich die Behandlung einer
frischen Brandwunde von zweitem und zumeist tiefem drittem Grad (mit
Gewebeverlust) am Vorderarm. Diese Behandlung erfolgte von Beginn weg mit
Honig und nur minimalchirurgischem Entfernen von nekrotischem
(abgestorbenem) Gewebe. Auch hier ein optimales Resultat innert normaler
Zeitspanne.
Die Honig -
Entgiftungsmassage
Joachim Polik, Heilpraktiker (Bayerbach, DE)
Im Vortrag wird, mit anschließender praktischer
Vorführung an einer freiwilligen Person, die Honigmassage in
Durchführungsweise und Wirkung erklärt.
Die Honigmasage ist ein altes russisches
Heilmittel, welches äußerst Wirksam gegen vielerlei Krankheiten hilft, sich
aber ebenso zur Revitalisierung und zum Schutz gegen viele Umwelteinflüsse
eignet. Bei der Behandlung handelt es sich um eine Reiz- und
Entgiftungstherapie.
Die Massage kann in der Regel bei jeder Person
durchgeführt werden. Aber auch hier gibt es wie bei anderen
Naturheilverfahren körperliche Situationen bei denen von einer Anwendung
abzuraten ist. Die Behandlung wird im Rückenbereich durchgeführt. Es sind
aber auch an anderen Körperstellen Massagebehandlungen Mit Honig, auch in
Verbindung mit Hilfsmitteln, wie etwa Salz, möglich. Eine Rückenbehandlung
wird mittels einer speziellen, aber einfach anzuwendenden, Technik in
mehreren Interwallen durchgeführt und dauert zwischen 45 – 60 Minuten.
Die Wirkmechanismen sind sehr vielfältig:
So werden etwa Verspannungen und Blockaden
gelöst, die Durchblutung wird gefördert, das Gewebe gereinigt und entgiftet
und das Immunsystem wird aktiviert.
Bei der Behandlung kann im Prinzip jeder Honig
verwendet werden. Aber bei mir in der Praxis hat sich gezeigt, das sich mit
einem dünnflüssigen Honig besser arbeiten lässt.
Nötige Utensilien sind neben dem Honig eine
Behandlungsliege, Handtücher, Waschlappen und warmes Wasser.
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