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Propolis gehört zu den Bienenprodukten, die
derzeit ihr größtes "come-back"
in der Medizin und im Bewusstsein der Imker erleben: Noch vor zwei Jahrzehnt
bei uns kaum beachtet - obwohl es das älteste Antibiotikum der Welt ist -
gilt es heute als äußerst
wertvolles Spezialprodukt aus dem Bienenvolk.
Was ist Propolis?
Die Bienen sammeln von verschiedenen Pflanzen vorwiegend von Knospen und
Baumrinden die Grundsubstanz, Harze und Balsame und
reichern diese mit körpereigenen Sekreten und Wachs an.
Die wichtigsten Baumarten hierfür sind vor
allem Pappeln, verschiedene Nadelbäume, aber auch
Weiden, Eichen und Erlen. Propolis lässt sich nur
über das Bienenvolk gewinnen. Einige,
wenige, dafür spezialisierte Arbeitsbienen ernten mit Hilfe
ihrer Hinterbeine die Propolis, eine Schwerstarbeit
für die Tiere. Im Bienenvolk dient es als Baustoff,
als Reparatur- Isolations- und
Sterilisationsmaterial.
Im Durchschnitt sammelt in Europa ein Bienenvolk
50-150 Gramm Propolis pro Jahr. (Bei guten Sammelvölkern, insbesondere der
kaukasischen Biene, können es 250 bis 1000 g pro Jahr sein.)
Der Imker kann mit speziellen Gittern
(→ Bilder rechts) pro
Bienenvolk und Jahr maximal 60 bis 100 g ernten.
Die Bienen kleiden jede Oberfläche im Inneren des
Bienenstocks, auch jede einzelne Zelle im gesamten Wabenbau, mit einer
hauchdünnen Schichte Propolis aus und schaffen so die
Voraussetzung dafür, dass es im Bienenvolk zu keiner Ausbreitung von
Krankheiten kommt. Im Bienenstock herrschen wegen der hohen Dichte an Bienen
(oft über 70.000 im Juni/Juli), einer Temperatur von über 30 Grad und der
hohen Luftfeuchtigkeit, Bedingungen vor, die unter normalen Umständen sofort
zu einer seuchenartigen Ausbreitung von Krankheiten führen würden. Dies wird
in erster Linie durch die Propolis mit ihren antibiotischen, antimykotischen
und virostatischen Eigenschaften verhindert. Eigenschaften von Propolis, die
man sich auch in der Apitherapie zu Nutze macht.
Zusammensetzung von
Propolis
-
ca.
50 - 55 % Harze und Balsame
-
ca. 25 - 30 %
Bienenwachs
-
ca. 8 - 11
% ätherische Öle
-
ca. 5 %
Pollen
-
ca. 5 %
Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente
und zahlreiche organische Stoffe
verschiedenster Art, viele davon
(vorwiegend Flavonoide u.a.)
wurden bereits identifiziert.
Je nach Herkunft, Jahreszeit und
sogar individueller
Charakteristik des einzelnen Bienenvolkes, kann die Zusammensetzung der
Propolis (über 200 Inhaltsstoffe wurden bisher identifiziert) sehr stark
variieren. Dementsprechend vielfältig ist auch das äußere Erscheinungsbild: die Farbe
kann von grau über
gelblich und rubinrot bis
schwarz sein.
Bis heute ist es nicht gelungen,
die medizinische Qualität von Propolis zu standardisieren. Ein Umstand, der
von manche Anwender als Mangel für andere als großer Vorteil angesehen wird!
Die empirischen Erfahrungen mit Propolis sowie
die zahlreichen bereits identifizierten, darin enthaltenen, pharmakologisch
wirksamen Substanzen machen es zu einem der interessantesten
Bienenprodukte für die medizinische Verwendung.
Medizinische Anwendungsbereiche betreffen insbesondere,
Hautkrankheiten, Entzündungen, gewisse Sportverletzungen (Tennisarm), Frauenleiden,
Erkrankungen der Prostata und vieles mehr. Neuere Forschungsergebnisse
belegen die Wirksamkeit bei der Behandlung von bestimmten Krebserkrankungen.
In welcher Form wird
Propolis genützt?
-
Propolis in alkoholischer Lösung (Propolistropfen)
kann direkt oder gemeinsam mit einem Löfferl Honig oder
einem Stück Brot eingenommen werden.
Nie sollte man Propolistropfen in Wasser, Saft oder
Tee
träufeln, da das Propolis darin ausflockt und der größte Teil der Wertsubstanz
im Trinkglas haften bliebe.
-
Kleine Mengen können
gemeinsam mit
Entdeckelungswachs gekaut werden
-
Feinst gemahlen kann Propolis in
Cremehonig untermengt werden.
-
Als Wertsubstanz findet sich
Propolis in verschiedenen Salben und kosmetischen Cremen.
Propolisprodukte können für den Menschen
oft eine sehr positive heilsame
Wirkung haben. Bei allen ernstlichen Erkrankungen
ist jedoch unbedingt ärztlicher Rat
einzuholen. Nur der Arzt
oder die Ärztin darf eine Diagnose stellen und die entsprechende
Behandlung einleiten. |

(Fotos: R.
Berger)
Der stärkste Propolis-Eintrag
im Bienenvolk erfolgt im Spätsommer und im Herbst. Bedingt durch die
Varroaproblematik ist höchste Sorgfalt des Imkers
geboten, um unbelastetes Rohpropolis zu gewinnen. Bei
Verwendung von chemischen Varroaciden darf keine Propolisernte erfolgen.

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