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Was macht
naturbelassenen Honig so wertvoll ?
Welcher Unterschied besteht gegenüber Haushaltszucker
?
Oder ist was dran an der Aussage:
„Honig ist auch nur Zucker“ ?
Häufig wird argumentiert,
Honig bestehe hauptsächlich aus Zucker, eventuell wertvolle Substanzen sind,
wenn überhaupt nur in kleinsten Mengen vorhanden und können dadurch nichts
bewirken ... Dem gegenüber stehen
eine Vielzahl von Forschungsergebnissen und ein großer
Erfahrungsschatz in der Bevölkerung, die die vielfachen
Qualitäten von Honig in der Ernährung und in der Medizin eindrucksvoll
bestätigen. Und die hohe Wertschätzung von Honig in den alten Kulturen aller
Kontinente beruhte in erster Linie auf dessen Heilwirkung.
Im Folgenden wird hier nur eine kurze Einführung
in die gesundheitsrelevanten Eigenschaften von Honig gebracht. Ausführliche
Informationen finden Sie über die unten angeführten Links.
Aus ernährungsphysiologischer Sicht sind es vor allem die
große Zahl verschiedener Zuckerarten und der
hohe Fruchtzuckergehalt, die Honig so
besonders machen: Honig besteht hauptsächlich aus Einfachzuckern (Trauben- und Fruchtzucker),
in geringerem
Anteil aus Saccharose, Malzzucker und
aus bis zu
20 weiteren verschiedenen Zuckerarten.
Diese Mischung ist entscheidend für eine
langsamere Aufnahme der Zuckerstoffe im Körper. Dadurch
kommt es zu einem langsameren Ansteigen und einer längeren Plateauphase des
Blutzuckerspiegels und in der Folge zu einem langsameren Absenken, ohne dass
es zu der bekannten "Unterzuckerung" kommt, wie sie sich oft durch
übermäßigen Heißhunger nach dem Genuss von Süßigkeiten (Schokolade etc.)
bemerkbar macht (Renate Frank 2005). Das ist auch der Grund, warum sich
Honig besonders bei Ausdauersportlerinnen und -sportlern zunehmender
Beliebtheit erfreut.
Doch Honig ist weit mehr als nur eine geniale
"Zucker-Mischung": Über 187
verschiedene Inhaltsstoffe sind bis heute
wissenschaftlich festgestellt worden. Neben den verschiedenen Zuckern
sind wichtige weitere
Honiginhaltstoffe: Enzyme,
Aroma- und Duftstoffe, Säuren, Aminosäuren, Cholin, cholinergene Substanzen,
Pollen, Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Flavonoide, Terpene,
Tannine, Inhibine u.a...
Honig allein nach den einzelnen Inhaltsstoffe zu beurteilen
wäre vollkommen falsch. Es sind die Vielzahl der
Wirkstoffe und ihr ausgewogenes natürliches
Mengenverhältnis zueinander, die entscheidend
sind für ein optimales
Stoffwechselgeschehen. Die überaus positiven Wirkungen auf einzelne Organe des
menschlichen Körpers lassen sich weniger durch einzelne allein
wirkende Substanzen erklären, sondern begründen sich vielmehr
auf ein
gleichzeitiges Zusammenwirken mehrerer Honiginhaltsstoffe.
Die Qualität und apitherapeutische
Wirksamkeit des Honigs kann
dabei je nach botanischer
und geographischer Herkunft sehr unterschiedlich sein.
Der
Vitamingehalt des Honigs etwa ist abhängig vom Blütenpollenanteil,
und da Blütenhonig
wesentlich mehr Pollen enthält, sind im Blütenhonig auch wesentlich mehr Vitamine
enthalten. Im Waldhonig oder Honigtauhonig finden sich
hingegen mehr
Mineralstoffe und Spurenelemente.
Einige
Beispiele für das Zusammenwirken von verschiedenen
Honiginhaltsstoffen:
-
Das im Honig enthaltene
Vitamin B1 ist unerlässlich bei der Aufspaltung der
Zucker, dabei wird es vom Spurenelement Mangan unterstützt.
-
Magnesium kann wiederum nur bei Anwesenheit von
Vitamin B6 genutzt werden.
-
Nur bei Vorhandensein von Vitamin C und dem
Spurenelement Kupfer, kann auch das im Honig enthaltene pflanzliche Eisen
von unserem Organismus verwertet werden. Der Eisenanteil im Waldhonig (bis
3,4 mg je 100 g) kann bis zum Doppelten des Anteiles im Rindfleisch
betragen!
-
Chrom hat die Eigenschaft, die Wirkung
des Insulins zu verbessern und gilt auch als „Glucose - Toleranzfaktor“.
Chrom ist wichtig für die Verwertung des Traubenzuckers im Körper, denn es
sorgt dafür, dass das Insulin seine volle Wirkung in der Zelle
entfalten kann.
Die
Aminosäuren sind die Grundbausteine der
Eiweißkörper, im Honig finden sich
davon zwei
wichtige Verbindungen: das Acetylcholin und das
Cholin. So kann das im Honig enthaltene
Acetylcholin bei der Behandlung verschiedener Herzkrankheiten
eine gute Unterstützung zu einer bestehenden Therapie darstellen. Das
Cholin erhöht die Zuckerausnützung und begünstigt den Einbau von
Fruchtzucker in das Leberglykogen. Nach Genuss von Honig, werden bis zu 80 %
mehr Leberglykogen gebildet, als bei Verzehr gleicher Menge von
isoliertem Traubenzucker! Die im Honig enthaltenen organischen Säuren
stammen hauptsächlich aus den Speicheldrüsen der Bienen und wirken anregend
auf die Verdauung. Der Pollenanteil im Honig ist ein typisches
Beispiel dafür, dass auch kleinste Mengen davon, unter Umständen negative
Reaktionen wie z.B. Heuschnupfen oder Asthma, ja auch Allergien hervorrufen können oder dieser im positiven Sinn eine verdauungsfördernde
Wirkung auslösen kann. Amerikanische Allergiespezialisten empfehlen
Pollenallergikern einen täglichen Honiggenuss von mindestens einem
Teelöffel, um eine allmähliche Gewöhnung an die allergieerzeugenden Pollen
zu erreichen. Der Honig muss allerdings naturbelassen und in der näheren
Umgebung des Betroffenen geerntet worden sein (max.16 km, damit die
entsprechenden Pollen auch im Honig vorhanden sind).
Weiters sind im Honig über 100
verschiedene Duft - und Aromastoffe sowie Inhibine bzw. antibakterielle Substanzen
vorhanden. Diese Inhibine sind für die lindernde Wirkung des Honigs bei
Infektionen der oberen Luftwege verantwortlich. Das alte Hausmittel
"Honigmilch" (trinkwarme Milch oder trinkwarmer Tee mit Honig) hat durchaus auch
heute noch seine Berechtigung.
Ganz besonders entscheidend für die Wirksamkeit von Honig
ist auch seine Naturbelassenheit. Da besonders die
bioaktiven Substanzen, wie Enzyme, Flavonoide u.a. sehr empfindlich auf
Temperatur und Licht reagieren, ist einer schonenden Behandlung des
Lebenselixiers Honig, von der Ernte über die Verarbeitung bis hin zur
Aufbewahrung, höchste Priorität zu geben. Honig besitzt nur dann
seine wertvollen Eigenschaften, wenn er:
-
Reif, schonend und
hygienisch einwandfrei gewonnen,
-
in entsprechenden
Lagergefäßen und bei kühlen Temperaturen ( 12 bis 15°C)
gelagert
-
und vor allem jede
unnötige und besonders jede unkontrollierte Erwärmung, vermieden wurde.
-
Auch längere Lichteinwirkungen,
(künstliches wie natürliches
Licht) sind zu vermeiden. Braune Gläser wären
für die Abfüllung von Honig wesentlich geeigneter,
als Kompromiss wäre eine
Karton-Überverpackung
zu empfehlen.
Es ist ein wesentliches Ziel der
österreichischen Gesellschaft für Apitherapie, dass
in Österreich Bienenprodukte möglichst so wertvoll, wie die
Bienen diese erzeugen, für Konsumenten / Patienten
angeboten werden. Ein spezielles
Gütesiegel für Produkte in "Apitherapie-Qualität" (Api-Terra)
ist von der ÖGA in Ausarbeitung.
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Foto: R. Berger
Eine voll verdeckelte
Honigwabe: Durch vielfaches Umtragen des frischen Nektars im Stock haben
die Bienen ihn zu Honig verwandelt. Ist der Honig reif wird jede Zelle
durch einen dünnen Wachsdeckel verschlossen.

Foto: A. Reitinger
Eine durch den Imker frisch entdeckelte
Honigwabe ist fertig für die Honigschleuder.
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